
Biografie:
Kunst und Musik begleiten Timothy Starratt seit vielen Jahren. Beide entstehen für ihn aus demselben Impuls: Eindrücke aufzunehmen, zu verändern und ihnen eine neue Form zu geben. Dabei versteht er Kunst weniger als abgeschlossenen Prozess, sondern vielmehr als eine fortlaufende Auseinandersetzung mit Wahrnehmung, Erinnerung und persönlicher Erfahrung.
1978 in Dover, New Hampshire, geboren, verbringt Starratt Teile seiner Kindheit und Jugend an unterschiedlichen Orten. Die wechselnden kulturellen Eindrücke prägen früh seinen Blick auf seine Umgebung.
1991 zieht er mit seiner Familie nach Keflavík in Island. Die dortige Kunstszene und insbesondere die Begegnung mit zeitgenössischer Kunst wecken sein Interesse am Zeichnen und an visueller Gestaltung. Die besondere Landschaft Islands, ihre Weite, Kontraste und elementaren Strukturen hinterlassen ebenfalls nachhaltige Eindrücke.
1993 kommt er nach Speyer, der Heimatstadt seiner Mutter. Hier entwickelt sich seine Verbindung zur Kunst weiter. Nach dem Abitur studiert er zunächst Kunst, Anglistik und Soziologie an der University of Maryland.
Ab 2000 setzt er sein Studium an der Universität Mannheim fort und schließt es 2005 mit einem Bachelor in Europäischer Geschichte, Anglistik/Amerikanistik sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften ab.
Bereits während des Studiums sucht Starratt den Austausch mit anderen Kunstschaffenden. 2001 gründet er gemeinsam mit Cécile Birkle die Speyerer Jungkünstlergruppe Gaudi Light. In Zusammenarbeit mit dem Künstler Martin Eckrich entstehen experimentelle Mal-Sessions und erste gemeinsame Ausstellungsprojekte. Im Mittelpunkt stehen dabei das gemeinsame Arbeiten, das Experiment und die Frage, wie aus spontanen Impulsen neue Bildwelten entstehen können.
Von 2005 bis 2007 absolviert Starratt ein Masterstudium im Bereich Pädagogik an der University of Phoenix. Nach einer Tätigkeit als Pre Production Coordinator bei Twentieth Century Fox in Frankfurt entscheidet er sich schließlich für den Bildungsbereich – eine Entscheidung, die auch seine künstlerische Arbeit beeinflusst. Kunst wird für ihn zunehmend nicht nur zu einer persönlichen Ausdrucksform, sondern auch zu einem Mittel der Vermittlung, des Austauschs und der Begegnung.
Von 2008 bis 2019 unterrichtet er Englisch an der Privaten Handelsschule Dr. Stracke in Ludwigshafen. Seit 2020 unterrichtet er Englisch und Kunst an der Nikolaus-von-Weis-Realschule plus in Speyer und leitet dort den Fachbereich Bildende Kunst, Kunst und Kultur. Die Arbeit mit jungen Menschen eröffnet dabei immer wieder neue Perspektiven auf Kreativität und dien unterschiedlichen Möglichkeiten, sich durch Bilder auszudrücken.
Parallel dazu bleibt die eigene künstlerische Arbeit ein konstanter Bestandteil seines Lebens. Malerei ist für Starratt ein offener Prozess, in dem Planung und Zufall aufeinandertreffen. Farben, Formen und Strukturen werden aufgebaut, überlagert, verändert oder teilweise wieder zurückgenommen. Ein Bild entwickelt sich dabei häufig erst während des Arbeitens und kann Richtungen einschlagen, die zu Beginn noch nicht feststehen.
Auch Musik spielt in diesem Prozess eine wichtige Rolle. Ähnlich wie in der Musik interessieren ihn Rhythmus, Wiederholung, Brüche und Variationen. Klang und Bild werden so zu unterschiedlichen Ausdrucksformen eines vergleichbaren kreativen Denkens.
2024 entsteht gemeinsam mit René Burjak (BUJA) und mein event. die Veranstaltungsreihe Taste of Art. Das Format verbindet bildende Kunst mit Musik, Kulinarik und persönlicher Begegnung. Künstlerinnen und Künstler präsentieren dabei nicht nur ihre Arbeiten, sondern geben auch Einblicke in ihre persönliche Welt, ihre Arbeitsweisen und ihre Inspirationsquellen. Kunst soll hier nicht isoliert betrachtet werden, sondern in einem lebendigen Austausch zwischen Kunstschaffenden und Publikum erfahrbar werden.
2025 folgt mit artUP Speyer ein weiteres Projekt, das etablierte Positionen, neue Talente und unterschiedliche künstlerische Disziplinen zusammenführt. Auch hier steht die Idee im Mittelpunkt, Räume für Begegnung zu schaffen und Menschen miteinander zu verbinden, die Kunst produzieren, präsentieren oder einfach neugierig auf sie sind.
In seinen eigenen Arbeiten beschäftigt sich Timothy Starratt mit Farbe, Struktur, Überlagerung und Veränderung. Serien wie Dystopia, Fractal Landscapes, Tiger Women und Mother Nature bewegen sich zwischen abstrakter Konstruktion und organischen Prozessen. Geometrische Strukturen treffen auf fließende Formen, kontrollierte Eingriffe auf zufällige Entwicklungen. Einzelne Schichten bleiben sichtbar, andere verschwinden unter neuen Farbflächen und werden teilweise wieder freigelegt.
Gerade diese Veränderbarkeit bildet einen zentralen Gedanken seiner Arbeit. Ein Bild ist nicht unbedingt das Ergebnis einer von Anfang an festgelegten Vorstellung. Es entsteht vielmehr aus Entscheidungen, Reaktionen und überraschenden Entwicklungen während des Malprozesses. Spuren früherer Zustände bleiben erhalten und werden Teil des endgültigen Werks.
So verbinden sich in Starratts künstlerischer Arbeit viele Erfahrungen seines bisherigen Weges: unterschiedliche Orte und Kulturen, Musik und Malerei, Vermittlung und eigenes Experimentieren sowie die Zusammenarbeit mit anderen Kunstschaffenden. Im Mittelpunkt steht dabei immer wieder die Neugier darauf, was entstehen kann, wenn Bekanntes verändert, neu kombiniert und aus einer anderen Perspektive betrachtet wird.
Art
Ausstellungen:
1998 – Days of Wonders
Abschlussausstellung an der University of Maryland, College Park, Maryland.
1999 – Blah... blah... blah...
Gemeinsame Ausstellung mit Cécile Birkle in der Praxis Dr. Jakumeit, Speyer.
2000 – Im Verborgenen
Gemeinsame Ausstellung mit Martin Eckrich bei der Arbeiterwohlfahrt, Wiesental.
2003 – Licht und Freundschaft
Gemeinsame Ausstellung mit Cécile Birkle im Altstadthaisel, Speyer.
2005 – Unbewusst, bestimmt
Gemeinsame Ausstellung mit Cécile Birkle in der Praxis Dr. Jakumeit, Speyer.
2008 – Heimat ist...
Gemeinsame Ausstellung mit Cécile Birkle im Domhof-Hotel, Speyer.
2011 – Raumfarben
Im Rahmen der Speyerer Kulturtage in der Halle 101, Speyer.
2012 – Fidere – Eine emotionale Auseinandersetzung mit dem Wort Vertrauen
Ausstellung in der Sparkasse Speyer.
2015 – Auszeit
Gemeinsame Ausstellung mit Cécile Birkle in der Volksbank Speyer.
2016 – Kult(o)urnacht Speyer
Ausstellung mit verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern in der Halle 101.
2020 – Geplante Ausstellung, Speyer
Gemeinsame Ausstellung mit Cécile Birkle in der Praxis Dipl.-Psych. Laura Braun, Dipl.-Psych. Uta Palm und Dr. med. Friedrich Palm. Pandemiebedingt abgesagt.
2025 – artUP Speyer
Gemeinsame Ausstellung mit BUJA im MAXI 99 der Stadt Speyer mit der Bilderserie Dystopia.
2026 – artUP Speyer
Ausstellung mit BUJA, Nina Bussjäger und Gizmoh im MAXI 99 der Stadt Speyer. Präsentiert werden Arbeiten aus den Serien Fractal Landscapes, Tiger Women und Mother Nature.
Projekte & Ausstellungen 2026
artTr€$or – Pop-up-Ausstellung
Von April bis Juni verwandelt das artUP-Team eine ehemalige Bank in der Speyerer Hauptstraße für drei Monate in einen temporären Kunstort. Die ehemaligen Bankräume werden als Atelier sowie für Ausstellungen, Veranstaltungen und Begegnungen genutzt.
Den Abschluss bildet die Teilnahme an der Speyerer Kult(o)urnacht – und damit noch einmal die Gelegenheit, Kunst mitten in der Stadt auf ungewöhnliche Weise erlebbar zu machen.
Eine Stadt voller Bühnen – Piano Bombing
Unter dem Motto „Eine Stadt voller Bühnen“ nehme ich 2026 am Piano-Bombing-Projekt teil. Ausrangierte Klaviere werden vor dem Verfall gerettet, von Künstlerinnen und Künstlern individuell gestaltet und anschließend an ausgewählten Orten im öffentlichen Raum aufgestellt.
Auch ich durfte eines dieser Klaviere gestalten. Ziel des Projekts ist es, Kunst und Musik spontan, barrierefrei und für alle Menschen im Alltag erlebbar zu machen.
Wo mein Klavier seinen endgültigen Platz finden wird, steht derzeit noch nicht fest. Weitere Informationen folgen.
Ziegelkunst – eine Speyerer Kunstgeschichte
Anlässlich des 300-jährigen Bestehens des historischen Rathauses in Speyer beteilige ich mich mit zwei Werken an der Ausstellung Ziegelkunst – eine Speyerer Kunstgeschichte.
Unter dem Thema „Civil Rights Movement“ entstanden vier von mir bemalte historische Dachziegel, die zuvor Teil des Rathausdaches waren. So verbinden sich ein Stück Speyerer Stadtgeschichte und zeitgenössische künstlerische Auseinandersetzung miteinander.
Die Ausstellung ist noch bis Ende September im Typografischen Kabinett der Städtischen Galerie Speyer zu sehen.
Vino Vernissage – Kunst trifft Kellergeflüster
17. Oktober 2026 | 13–18 Uhr | Weingut Wassermann-Jordan
Unter dem Motto „Kunst trifft Kellergeflüster – für einen guten Zweck“ bin ich 2026 bei der Vino Vernissage im Weingut Wassermann-Jordan mit einigen meiner Arbeiten vertreten.
Die Ausstellung führt hinab in die besonderen Katakomben des Weinguts, wo Kunst und Weinkultur in außergewöhnlicher Atmosphäre aufeinandertreffen. Zwischen historischen Kellerräumen präsentieren verschiedene Künstlerinnen und Künstler ihre Werke und laden zum Entdecken, Verweilen und persönlichen Austausch ein.
Ich freue mich auf einen besonderen Tag voller Kunst, Begegnungen und guter Gespräche – und darauf, gemeinsam mit den anderen Beteiligten einen guten Zweck zu unterstützen.
























